Knapp vier Wochen vor ihrer Premiere steht die Real Estate Arena: Die neue Messe für die mittelständische Immobilienbranche und die B- und C-Städte ist mit Blick auf die Standflächen ausverkauft. Das Konferenzprogramm mit nahezu 100 Sprecherinnen und Sprechern auf zwei Bühnen ist fertig; und Bundesbauministerin Clara Geywitz hat die Einladung angenommen und wird zur aktuellen Immobilienpolitik der Berliner Ampelkoalition sprechen.

Mehr als 160 Unternehmen werden sich als Aussteller an der Premiere der Real Estate Arena in der Halle 23 auf dem Messegelände Hannover beteiligen. Die Veranstalter, die Deutsche Messe AG und die Real Estate Events GmbH, hatten im Vorfeld rund 100 Aussteller erwartet. Der Zuspruch zeigt, dass der Markt sehr positiv auf den Fokus auf die mittelständische Immobilienbranche und die B- und C-Städte reagiert. Die Veranstalter hatten Konzept und Ausrichtung der Messe zusammen mit mehr als 35 Branchenvertreter*innen in einem so genannten Co-Creation-Verfahren entwickelt und so eng an den Interessen der Unternehmen ausgerichtet. 3000 Besucher*innen werden erwartet.

Neben den Präsentationen der mehr als 160 Unternehmen steht das Konferenzprogramm mit seinen sechs Schwerpunktthemen im Mittelpunkt der Real Estate Arena. „Unser Ziel ist es, dass alle Teilnehmenden zu den sechs Fokusthemen strategische Impulse, unterschiedliche Perspektiven, aber auch konkrete Lösungsansätze aus der Praxis mitnehmen können“, sagte Projektleiter Hartwig von Saß von der Deutschen Messe.

Konkret geht es um den Wohnungsbau, Nachhaltigkeit, die Zukunft der Arbeit, des Handels und der Innenstädte nach Corona sowie die Digitalisierung der Immobilienbranche und um innovative Mobilitätskonzepte.

Nach der Eröffnung durch Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay und Niedersachsens Bauminister Olaf Lies steigt die Real Estate Arena gleich in das zweitägige Konferenzprogramm ein. Den Auftakt macht der Präsident des GdW, Axel Gedaschko. Mit seinem Impulsvortrag eröffnet er das Konferenz-Panel Wohnungsbau. Gerade die Frage nach einer größeren Energieeffizienz treibt die Wohnungsunternehmen an, vor allem auch mit Blick auf die extreme Verteuerung in Folge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine. Dies wird dann auch auf dem Panel diskutiert und in den Best Cases thematisiert, wenn es etwa ums serielle Bauen geht.

Energieeffizienz hängt eng mit dem Thema Nachhaltigkeit zusammen – dem zweiten Thema auf der Konferenz-Agenda der Real Estate Arena. Dr. Christine Lemaitre, CEO der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen, greift in ihrem Impuls das „komplizierte Verhältnis der Immobilienbranche zur Nachhaltigkeit“ auf. Verschiedene Lösungsansätze – auch mit Blick auf die Rahmenbedingungen der ESG-Anforderungen – werden im Panel diskutiert. Der Bürgermeister der bayerischen Gemeinde Wunsiedel, Nicolas Lahovnik, wird ebenfalls darlegen, dass die Energiewende in Kommunen schon möglich ist, denn das Motto für Wunsiedel lautet: „Alles auf Grün!“ – Energiewende für Unternehmen – in Wunsiedel bereits Realität.“

Als die Corona-Pandemie nach Deutschland kam, fragten sich auch die Vermieter von Büros, wie es weitergehen würde angesichts eines nicht mehr zu stoppenden Trends ins Homeoffice. Nach zwei Jahren Pandemie sehen viele klarer – und all das hat nach Ansicht von Carsten Knop, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Eike Becker, dem Architekten des neuen FAZ-Tower in Frankfurt, auch mit der „Gesellschaftlichen Verantwortung von Architektur mit Blick auf neue Arbeits- und Lebenswelten“ zu tun.

An Tag zwei der Real Estate Arena geht es mit einem Thema weiter, dass Expert*innen in der Immobilienbranche, aber auch weit darüber hinaus aktuell intensiv beschäftigt: Wie geht es mit unseren Innenstädten weiter? Auch hier hat die Pandemie eine schon seit Jahren um sich greifende Entwicklung nur mehr verschärft. In vielen Innenstädten stehen Läden leer, gerade in B-, C- und D- Städten sind neue Konzepte für die Zukunft der Innenstädte gefragt. Welche Rolle der Handel dabei spielen wird – damit beschäftigt sich Raoul Roßmann, Sprecher der Geschäftsführung der Drogerie-Kette Rossmann mit mehr als 4300 Filialen in Europa. Im Anschluss spricht Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen über seine Vision der „Smile City Rostock“. Wie lassen sich die vielen Ansprüche an die Entwicklung der Innenstädte so unter einen Hut bringen, dass eine wirtschaftlich tragfähige und ebenso lebenswerte Zukunft für die Stadtzentren von B- und C-Städten entsteht?

Technologie steht dann im Anschluss auf der Agenda: Prof. Nik Hafermass von Graft Brandlabs beschäftigt sich mit einer „neuen Wahrnehmung im digitalen Zeitalter: Gedanken zum Flow zwischen Menschen, Medien und der gebauten Umwelt“. Er bildet die perfekte inhaltliche Brücke zum Thema Digitalisierung der Immobilienbranche – und wer in Deutschland darüber spricht, kommt an Sarah Schlesinger und blackprint kaum vorbei. Die bestens vernetzte Unternehmerin stellt sich in ihrer Keynote der Frage: „Bricks & Bits: Muss denn wirklich alles digital werden?“

Über Baukultur als „Wegbereiter für eine neue Umbaukultur“ und die Frage „Muss das wirklich weg?“ diskutieren im Anschluss der Vorsitzende der Bundesstiftung Baukultur, Reiner Nagel, und der Präsident der Architektenkammer Niedersachsen Robert Marlow. Diesen Grundgedanken greift auch Burkhard Bojazian von Justus Grosse Real Estate, Bremen, auf, wenn er mit seiner Keynote das Thema Mobilität einläutet. Am Beispiel des Tabakquartiers Bremen, in dem auch zahlreiche Gebäude umgebaut wurden, wird er über „Mobilitätsoptimierte Projektentwicklung“ sprechen.