Messetage sind der Pulsgeber: Aber das Herz schlägt das ganze Jahr
Wenn man mit Inga Frauendorf spricht, dauert es nicht lange, bis klar wird: Diese Frau hat Lust auf Immobilien, auf Menschen und auf Bewegung in der Branche. Seit Kurzem leitet sie die Real Estate Arena. Eine Messe, die sich in erstaunlich kurzer Zeit vom Underdog zu einem festen Termin im Kalender vieler Akteure der regionalen und überregionalen Immobilienwirtschaft entwickelt hat.
25. Nov. 2025Teilen
9 Interviewfragen an Inga Frauendorf, die neue Projektleitung der Real Estate Arena
Wir haben mit Inga Frauendorf darüber gesprochen, warum sich ein Besuch oder sogar eine Teilnahme als Aussteller lohnt, welche besondere Energie die Messe ausmacht und was zwei Tage in Hannover am 10. und 11. Juni bewegen können.
Inga, du übernimmst die Projektleitung der Real Estate Arena in einer dynamischen Phase der Branche. Welche Rolle spielt eine Immobilienmesse heute für die Menschen, die in der Bau- und Immobilienwirtschaft bewegen?
Inga Frauendorf: Für die gesamte Bau- und Immobilienwirtschaft ist das gerade eine intensive Zeit. Die Zinsen, die Politik, die Zurückhaltung im Markt, das alles spürt man direkt im Tagesgeschäft. Gleichzeitig entstehen überall neue Chancen. Genau diese Spannbreite macht die Real Estate Arena sichtbar. In nur zwei Tagen treffen die Teilnehmenden der Real Estate Arena in Hannover auf die komplette Bandbreite der Branche. Kommunen, Projektentwickler, Wohnungswirtschaft, Investoren, PropTechs, Dienstleister aus Betrieb und Bewirtschaftung sind vertreten. Man merkt sehr schnell, hier entstehen konkrete Projekte und manchmal auch ganz neue Geschäftsmodelle. Nach der letzten Messe haben viele gesagt: „Das hat mir richtig Rückenwind gegeben.“ Genau so soll sich eine Messe anfühlen.
Viele Makler berichten, dass persönliche Kontakte wieder wichtiger werden. Wie unterstützt die Real Estate Arena gezielt den Aufbau neuer Geschäftsbeziehungen und Partnerschaften?
Ich glaube, wir haben alle gemerkt, nur mit Onlinemeetings und LinkedIn Nachrichten fehlt etwas. Am Ende zählt, ob man sich kennt, ob man sich vertraut und ob man sich in die Augen geschaut hat. Die Stimmung auf der Real Estate Arena ist von Anfang an als nahbar beschrieben worden. Man kommt leicht ins Gespräch. Das ist kein Zufall. Das beginnt bereits bei der Planung der Halle: Wir planen die Messe so, dass Begegnungen fast automatisch passieren. Die Stände stehen in sinnvollen Clustern, die Wege sind kurz, überall laden Gesprächsinseln zum Austausch ein. Es gibt viele Punkte, an denen man sich spontan trifft. Hinzu kommen die konkreten Netzwerkangebote. Ein Beispiel ist die NordLounge. Dort finden Küchentischgespräche auf norddeutsche Art statt. Direkt, ehrlich und mit Humor. Beim Speed-Dating können die Teilnehmenden Kontakte im Turbomodus knüpfen. Hinzu kommen Matchmaking-Funktionen in der App, geführte Touren über die Messe und kleine Thementische, an denen man sich zu speziellen Fragestellungen verabredet. Und dann gibt es noch das, was sich von allein rund um die Messe bildet. Treffen von Netzwerken, Runden von Verbänden, gemeinsame Abendessen und Partys. Hannover wird an diesen zwei Tagen zu einem großen Treffpunkt der Branche. Wer das klug nutzt, kann sich in kürzester Zeit ein Kontaktnetzwerk aufbauen, für das man sonst Monate brauchen würde.
Netzwerken allein reicht nicht. Immobilienprofis erwarten heute auch handfeste Marktimpulse. Welche inhaltlichen Formate oder Themen setzt ihr auf der Real Estate Arena, die gerade für Makler einen klaren Mehrwert bieten?
Wir können mit Stolz sagen, dass die ausstellenden Unternehmen und Besucher: innen bereits ein großes Expertenwissen mitbringen – das allein ist eine unheimliche Bereicherung für die Messe. Für sie dürfen wir Inhalte schaffen, die auch Brancheninsidern einen konkreten Mehrwert bieten. Deshalb werden auf der Real Future Conference vorrangig Themen behandelt, die das Geschäft der nächsten Jahre prägen werden. Beispielsweise wird über die Zukunft des Wohnens, die Bestandsentwicklung und funktionierende Quartiere diskutiert. Es geht um ESG und Dekarbonisierung, um neue Finanzierungslogiken, um digitale Vermarktung, um Daten und um ganz praktische Fragen. Wie gewinne ich noch Verkäufer und Käufer, wenn der Markt bremst? Dazu kommen Formate wie Fishbowls, Masterclasses und Projektpitches. Dort sieht man echte Beispiele, hört ehrliche Erfahrungsberichte, erfährt, welche Strategien in vergleichbaren Märkten bereits funktionieren und wagt immer wieder den Blick in die Zukunft.
Warum lohnt sich der Messebesuch oder sogar die Teilnahme als Aussteller besonders für kleinere oder mittlere Unternehmen?
In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten stellt sich ganz natürlich die Frage, welche Investition sich lohnt. Unser Anspruch ist, dass man diese Frage bei einer Entscheidung für die Real Estate Arena am Ende klar mit Ja beantworten kann. Man spricht mit Bestandskunden und potenziellen neuen Kunden. Man lernt neue Partner kennen, zum Beispiel für Finanzierung, für Marketing, für digitale Tools. Man hört sich aktuelle Marktimpulse an und testet nebenbei, ob das eigene Geschäftsmodell noch passt oder angepasst werden sollte. Für ausstellende Unternehmen ist die Real Estate Arena besonders interessant, weil sie nicht von großen Konzernen dominiert wird. Der Mittelstand steht nach wie vor im Mittelpunkt. Und als ausstellendes Unternehmen mit eigenem Stand nochmal mehr.
Networking, Wissenstransfer und Branchenentwicklung. Wie möchtest du die Real Estate Arena unter deiner Leitung weiterentwickeln?
Ich möchte, dass man auf der Real Estate Arena das Gefühl hat: Hier darf ich auch mal über Probleme sprechen und hier finde ich Menschen, die ähnliche Themen haben und mit mir gemeinsam Lösungen entwickeln. Die Messe steht für mich auf drei starken Säulen. Messe, Netzwerk, Konferenz. Alle drei Bereiche sollen sich gegenseitig verstärken. Ein inhaltlicher Impuls aus der Konferenz kann zu einer neuen Kooperation führen, die auf der Messe angebahnt wird. Ein Zufallsgespräch führt vielleicht ein Jahr später zu einem gemeinsamen Projekt.
Die Real Estate Arena ist für ihre besondere Atmosphäre bekannt. Welche Rolle spielt die Energie der Auftaktabende und Abendveranstaltungen?
Das sind für mich ein echte Gänsehautmomente. Viele erinnern sich an unsere Auftaktabende auf der Baustelle in der Wasserstadt Limmer. Überall Kräne, unfertige Gebäude, Rohbau Geruch in der Luft. Man steht mitten in einem entstehenden Stadtquartier und spricht darüber, wie wir in Zukunft leben und arbeiten wollen. Näher dran geht kaum. Mittlerweile feiern wir den Auftakt im Schloss Herrenhausen. Der Ort ist komplett anders, aber die Energie ist ähnlich. Man kommt in diese magische Atmosphäre und hat das Gefühl hier beginnt etwas ganz Besonderes. Für die geladenen Gäste sind diese Abende Gold wert, denn sie bieten die Möglichkeit, in lockerer Umgebung Menschen zu treffen, an die man sonst nur schwer herankommt. Das gilt für alle Abendveranstaltungen rund um die REA. Die Veranstaltungen der REA-Aussteller der ersten Stunde – aptum, Bethge und meravis – sind mittlerweile legendär.
Viele Netzwerkveranstaltungen scheinen sich rund um die Messe fast von allein zu entwickeln. Wie wichtig ist dieses Umfeld für die Real Estate Arena?
Das Umfeld ist für uns ein großes Geschenk. Wir sehen, dass sich rund um die Real Estate Arena vieles organisch entwickelt. Verbände nutzen die Tage in Hannover für eigene Treffen, Immobiliennetzwerke organisieren gemeinsame Abendessen und Unternehmen laden zu Side Events ein. Diese organische Entwicklung übertrifft regelmäßig unsere Erwartungen.
Sie sprechen oft von einer ganzjährigen Community. Was heißt das für die Teilnehmer:innen der Real Estate Arena, für die Messe ja eigentlich nur zwei Tage im Jahr dauert?
Die zwei Messetage sind der Pulsgeber. Aber das Herz schlägt das ganze Jahr. Besonders deutlich wird das auf LinkedIn. Dort ist unsere Community inzwischen sehr lebendig und wir stellen mit unseren Kanälen gerne die Bühne. Wer sich hier zeigt, eigene Einschätzungen teilt oder Projekte vorstellt, kann sichtbar werden, weit über die eigene Region hinaus. Viele Kontakte aus den Messetagen in Hannover werden genau dort weitergeführt. Dazu kommen zusätzliche Formate. Videointerviews mit Partnern, Podcasts, kleinere Events während des Jahres. Die Real Estate Arena ist damit keine Veranstaltung, die man einmal im Jahr abhakt. Sie ist eher ein Netzwerk.
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