Sonderpreisbaumarkt - Standortentscheidungen werden komplexer
Mit rund 360 Standorten in ganz Deutschland ist Sonderpreis Baumarkt eine feste Größe im deutschen Einzelhandel und 2026 erstmals auf der Real Estate Arena vertreten. Warum jetzt der richtige Zeitpunkt für den Messeauftritt ist, was das Unternehmen mit Kommunen, Projektentwicklern und Flächeneigentümer*innen vorhat und warum der stationäre Handel gerade im ländlichen Raum unverzichtbar bleibt, erklärt Expansionsleiter West im Interview.
16. Jan. 2026Teilen
5 Fragen an...
Ilidio Barroso, Expansionsleiter West, FISHBULL Franz Fischer SE & Co. KG
Wer sind Sie und was macht ihr Unternehmen?
Ich bin Expansionsleiter West und in meiner Funktion für die FISHBULL Franz Fischer SE & Co. KG sehr an Immobilien- und Wachstumsstrategien interessiert.
Das Unternehmen betreibt mit der Einzelhandelskette Sonderpreis Baumarkt ca. 360 Baumärkte in ganz Deutschland – davon rund 170 selbstständige Franchise-Märkte. Gegründet in 2005, haben wir ein in Deutschland einzigartiges Konzept: Die Filialen von Sonderpreis Baumarkt sind meist nur zwischen 650 bis 1200 Quadratmeter groß. Im Vergleich zu anderen Baumärkten müssen Kunden bei uns nicht lange suchen. Auf den kleinen Flächen finden sie schnell die benötigten Produkte – das spart Zeit. Dabei siedeln wir uns bevorzugt regional in Vorstadtgebieten und in ländlichen Regionen an, denn wir verstehen uns als Nahversorger vor Ort.
Warum werden Sie 2026 erstmals auf der Real Estate Arena vertreten sein?
2026 ist für uns ein strategisch wichtiger Zeitpunkt, um unsere Expansion weiter voranzutreiben. Standortentscheidungen werden komplexer, Flächen knapper und die Anforderungen von Kommunen und Projektpartnern vielfältiger. Gleichzeitig eröffnen sich neue Chancen für gut angebundene, zukunftsfähige Handelsstandorte. Viele kennen uns und unser einmaliges Konzept noch nicht – mit der Teilnahme an der Real Estate Arena sehen wir die Möglichkeit, unsere Marke einer breiteren Öffentlichkeit und den für uns wichtigen Zielgruppen zugänglich zu machen.
Die Veranstaltung bietet genau den Rahmen, um frühzeitig mit den relevanten Akteuren ins Gespräch zu kommen und neue Expansionspotenziale auszuloten. In Hannover treffen innerhalb von zwei Tagen Kommunen, Projektentwickler, Entscheider aus der Immobilienwirtschaft, Investoren und Dienstleister aufeinander. Für uns ist das ideal, um neue Märkte kennenzulernen, Projekte anzustoßen und potenzielle Partner persönlich zu treffen. Gerade in der Expansion sind Vertrauen und direkte Gespräche entscheidend. Wir sehen außerdem Chancen, dass aus Gesprächen konkrete Perspektiven werden.
Mit wem möchten Sie auf der Real Estate Arena ins Gespräch kommen? Welche Themen und Fragen beschäftigt Sie als Unternehmen derzeit am meisten?
Wir suchen den Austausch mit Partnern, die Expansion praktisch möglich machen. Unserer Erfahrung nach entscheidet gerade in einem dynamischen Marktumfeld das Tempo in der Realisierung zunehmend über den Erfolg von Standorten. Wir möchten deshalb gezielt mit Projektentwicklern, Eigentümern und Kommunen sprechen, die Erfahrung mit schnellen Entscheidungswegen haben und bereit sind, gemeinsam Verantwortung für zügige Umsetzungen zu übernehmen. Genehmigungsprozesse, flexible Nutzungskonzepte und realistische Bauzeiten spielen dabei eine zentrale Rolle.
Auch weiterhin ist es eine Herausforderung, die passenden Immobilien für unsere ambitionierte Expansion zu finden. Besonders interessant sind für uns ehemalige Discounter-Flächen bzw. bestehende Handelsimmobilien, die wir zum Teil mit einfachen Mitteln revitalisieren können.
Wie sehen Sie die Zukunft des stationären Handels im Kontext der Stadtentwicklung und digitalen Transformation?
Der stationäre Handel wird auch künftig eine zentrale Rolle in der Stadtentwicklung spielen, weil er weit mehr ist als reine Verkaufsfläche. Er zieht Menschen an, schafft Frequenz und kann Standorte erhalten oder neu beleben.
Insbesondere in Randlagen und Vororten sowie in ländlichen Regionen entstehen zusätzliche Bedarfe, die durch leistungsfähige Nahversorgungsstandorte gedeckt werden müssen. Handelsflächen in solchen Lagen lassen sich gut in bestehende Verkehrs- und Versorgungsstrukturen integrieren und leisten einen verlässlichen Beitrag zur Grundversorgung der Bevölkerung.
Die digitale Transformation verstehen wir dabei als wichtige Ergänzung, um unser Konzept schneller an veränderte Kundenbedürfnisse anzupassen. Denn sie vereinfacht den Einkauf, indem sich der Kunde schneller informieren kann – zum Beispiel, wenn Verfügbarkeit direkt online abgefragt werden kann oder der Kassenbon nunmehr nicht mehr in Papierform, sondern digital bereitsteht.
Die Zukunft liegt aus unserer Sicht in eng verzahnten Partnerschaften zwischen Handel, Immobilienwirtschaft und öffentlicher Hand. Wenn es gelingt, pragmatische Planungsprozesse und Genehmigungen mit zukunftsfähigen Nutzungskonzepten zusammenzubringen, kann stationärer Handel nicht nur bestehen, sondern ein aktiver Treiber lebendiger Städte bleiben.
Was wünschen Sie sich von Städten, Projektentwicklern und der Immobilienwirtschaft, damit Handelskonzepte auch in Zukunft erfolgreich funktionieren können?
Klar definierte Rahmenbedingungen und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit sind aus unserer Sicht essenziell. Von Städten erwarten wir transparente Planungsprozesse sowie vereinfachte und beschleunigte Genehmigungsprozesse.
Projektentwickler und Immobilienunternehmen wünschen wir uns als verlässliche Partner, die sowohl kurzfristige Machbarkeit als auch langfristige Nutzungsperspektiven im Blick haben.
Wichtig ist zudem die flexible Gestaltung von Flächen, die sich an veränderte Kundenbedarfe anpassen lassen. Letztlich geht es darum, dass alle Beteiligten gemeinsam tragfähige, langfristige Konzepte entwickeln, die Nahversorgung sichern und gleichzeitig wirtschaftlich rentabel bleiben.
Aussteller zum Thema
Sprecher zum Thema
Events zum Thema
Interesse an News zu Ausstellern, Top-Angeboten und den Trends der Branche?
Browser Hinweis
Ihr Webbrowser ist veraltet. Aktualisieren Sie Ihren Browser für mehr Sicherheit, Geschwindigkeit und eine optimale Darstellung dieser Seite.
Browser aktualisieren