Unternehmen suchen heute mehr als ein Grundstück
Hamburg wächst und mit der Stadt wachsen auch die Anforderungen an Flächen, Standorte und Partnerschaften. Im Interview erklärt Bernd Ringe, stellv. Bereichsleitung Immobilien Services Hamburg Invest, warum die Real Estate Arena dafür der passende Ort ist, welche Rolle Innovationsparks, Gewerbehöfe und Revitalisierungspotenziale spielen und wie aus Flächen belastbare Zukunftsstandorte mit klarem Profil entstehen können.
28. Mai 2026Teilen
Fünf Fragen an...
...Thomas Schaaf, Hamburg Invest
Hamburg Invest ist in diesem Jahr erstmals auf der Real Estate Arena vertreten. Was hat Sie dazu bewegt, als Aussteller dabei zu sein?
Einige Kolleginnen und Kollegen waren bereits im vergangenen Jahr als Gast auf der Messe und haben dort gute Gespräche geführt. Unser Eindruck war, dass die Real Estate Arena für uns als städtischen Wirtschafts- und Flächenentwickler neben den Branchenpflichtterminen in München und Cannes Bedeutung hat. Hier kommen vor allem Investoren, Projektentwickler und Unternehmen zusammen, um Kontakte zu knüpfen oder konkret Flächen und Projekte in der nördlichen Hälfte Deutschlands zu suchen. Denen hat Hamburg viel zu bieten und wir wollen diesen Rahmen nutzen und sehr konkret zeigen, wo neue Ideen und Projekte entstehen können. Dazu zählen unsere Innovationsparks in Altona und Bergedorf ebenso wie weitere attraktive Gewerbestandorte, etwa in der Gasstraße in Bahrenfeld, Revitalisierungspotentiale in Norddeutschland größtem zusammenhängenden Industriegebiet Billbrook oder auch die Potentiale für die Realisierung privater Handwerks- und Gewerbehöfe.
Hamburg wächst und entwickelt sich stetig weiter. Welche Themen beschäftigen Sie aktuell bei der Entwicklung von Wirtschafts- und Zukunftsstandorten besonders?
Uns beschäftigt vor allem die Frage, wie wir Flächen nicht nur bereitstellen, sondern so entwickeln, dass daraus belastbare Standorte mit klarem Profil werden. Unternehmen suchen heute mehr als ein Grundstück: Sie suchen Objekte mit zeitnaher Verfügbarkeit, Planungssicherheit, passende Infrastruktur und ein Umfeld, in dem Kooperationen und Technologietransfer möglich sind. Deshalb setzen wir auf klar profilierte Standorte mit bestehenden Netzwerken. Im Innovationspark Altona profitieren Unternehmen von der Nähe zu DESY, European XFEL, perspektivisch Petra IV, Fraunhofer ITMP und der Universität Hamburg. Im Innovationspark Bergedorf verbinden wir Energiewende, industrielle Wertschöpfung und Forschung in einem Umfeld, das bereits über starke Institutionen verfügt und wo bereits heute erhebliche dreistellige Millioneninvestitionen getätigt werden. Dazu zählen das neue Forschungsgebäude vom CC4E und Fraunhofer IWES, der Ausbau der additiven Produktionstechnologien von Fraunhofer IAPT, der neue Körber-Technologies-Campus für etwa 2000 Mitarbeitende und ein Groß-Batteriespeicher mit 400 MWh. Genau diese Verbindung aus Flächenangebot, Forschung und Anwendung rücken wir ins Zentrum und unterstreichen die Attraktivität für nationale und internationale Unternehmen, Mitarbeitende und Forschende.
Die Real Estate Arena bringt Kommunen, Projektentwickler, Investoren und Unternehmen zusammen. Welche Chancen sehen Sie in diesem direkten Austausch für eine Stadt wie Hamburg?
Der direkte Austausch ist für eine Stadt wie Hamburg besonders wertvoll, weil Standortentwicklung heute nur im Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure funktioniert. Auf einer Messe wie der Real Estate Arena lassen sich Gespräche deutlich konkreter führen: Welche Flächen werden gesucht, welche Gebäudetypen und technischen Anforderungen werden gebraucht, welche Investitionslogik ist realistisch und welche Partnerschaften sind sinnvoll? Für uns ist das die Chance, Hamburg nicht nur als attraktive Metropole, sondern als sehr konkreten und exzellent aufgestellten Innovations- und Investitionsstandort zu präsentieren. Gerade die Innovationsparks Altona und Bergedorf zeigen, dass wir nicht bei Flächen aufhören. Wir entwickeln thematisch profilierte Orte mit starken Forschungspartnern, technischer Infrastruktur und einem klaren Entwicklungspfad für Unternehmen, Investoren und Projektentwickler. Dieser direkte Austausch hilft uns, Projekte noch enger am tatsächlichen Bedarf des Marktes auszurichten.
Flächen in wachsenden Städten werden knapper und Anforderungen vielfältiger. Wie gelingt aus Ihrer Sicht die Balance zwischen wirtschaftlicher Entwicklung, Nutzungskonflikten und urbaner Lebensqualität?
Diese Balance gelingt nur, wenn man Flächenentwicklung frühzeitig strategisch denkt und nicht erst dann reagiert, wenn Nutzungskonflikte bereits da sind. Für uns heißt das: klare thematische Schwerpunkte, intensive Abstimmung mit Politik, Bezirken und Nachbarschaften sowie eine hohe Qualität bei Erschließung, Mobilität und technischer Infrastruktur. Wir wollen Standorte schaffen, die wirtschaftlich sinnvoll, städtebaulich verträglich und infrastrukturell hervorragend angebunden sind. Genau deshalb setzen wir auf profilierte Innovationsstandorte. Zugleich setzt Hamburg auf Gewerbehöfe in innerstädtischen, gut angebundenen Lagen. Ein aktuelles Beispiel sind die Altonaer Höfe am Diebsteich. Dort entsteht auf rund 2.900 m² Grundstücksfläche ein sechsgeschossiger Handwerks- und Gewerbehof mit Tiefgarage und rund 12.300 m² Bruttogrundfläche. Solche Projekte zeigen, wie sich zusätzliche gewerbliche Flächen auch in dichten und stark nachgefragten Stadträumen schaffen lassen. Wir begleiten das Projekt seit der Flächensuche, während der Entwicklung und unterstützen jetzt auch die Vermarktung intensiv.
Mit Blick auf die Zukunft: Welche Impulse möchten Sie als Aussteller auf der Real Estate Arena setzen?
Wir möchten zeigen, dass Hamburg Flächenentwicklung heute als Teil einer aktiven Innovations- und Wirtschaftspolitik versteht. Es geht nicht nur darum, Grundstücke anzubieten, sondern Standorte zu entwickeln, an denen neue Technologien, industrielle Wertschöpfung und Forschung schneller zusammenfinden. Für Investoren und Projektentwickler ist das ein starkes Signal, weil thematische Klarheit, vorhandene Netzwerke und öffentliche Investitionen Risiken reduzieren und Perspektiven schaffen. Mit den Innovationsparks Altona und Bergedorf, aber auch mit innerstädtischen Angeboten wie der Gasstraße, können wir sehr konkret zeigen, wie in Hamburg Standorte mit Profil und belastbaren Netzwerken entstehen. Unser Ziel auf der Messe ist es, mit Partnern ins Gespräch zu kommen, die solche Standorte mit uns weiterentwickeln wollen.
Aussteller zum Thema
Sprecher zum Thema
Events zum Thema
Interesse an News zu Ausstellern, Top-Angeboten und den Trends der Branche?
Browser Hinweis
Ihr Webbrowser ist veraltet. Aktualisieren Sie Ihren Browser für mehr Sicherheit, Geschwindigkeit und eine optimale Darstellung dieser Seite.
Browser aktualisieren