Vom „Kostenfaktor“ zum zentralen Steuerungshebel für Nachhaltigkeit
Dekarbonisierung, Digitalisierung und steigende regulatorische Anforderungen verändern den Blick auf Immobilien grundlegend – besonders im laufenden Betrieb. Carsten Kramer, Bereichsleiter für Kunden im Bereich Öffentlicher Sektor und Handel bei STRABAG PFS, erklärt, warum datenbasiertes Facility Management, integrierte Services und konkrete Maßnahmen entscheidend sind, um Gebäude wirtschaftlicher, resilienter und zukunftsfähiger zu machen.
27. Mai 2026Teilen
Fünf Fragen an...
...Carsten Kramer, Bereichsleiter für Kunden im Bereich Öffentlicher Sektor und Handel bei STRABAG PFS
Auf der Real Estate Arena zeigt STRABAG PFS, wie aus Transparenz im Betrieb messbare Wirkung für Nachhaltigkeit und Werterhalt entsteht.
Die Anforderungen an Immobilien verändern sich spürbar – insbesondere im laufenden Betrieb, etwa durch Dekarbonisierung, Digitalisierung und steigende regulatorische Anforderungen. Wo erleben Sie diesen Wandel in Ihrer täglichen Arbeit bei STRABAG PFS am stärksten?
Während früher häufig isolierte Maßnahmen umgesetzt wurden, geht es heute darum, Gebäude ganzheitlich zu verstehen und datenbasiert zu steuern. In der Praxis sehen wir, dass viele Herausforderungen weniger konzeptioneller Natur sind, sondern in der Umsetzung liegen. Es fehlt oft an Transparenz über Verbräuche, an klaren Prioritäten und an einem strukturierten Vorgehen.
Genau hier setzt modernes Facility Management an: Wir schaffen zunächst eine belastbare Datengrundlage, analysieren den Betrieb und identifizieren konkrete Hebel zur Dekarbonisierung. Häufig lassen sich schon durch Optimierungen im Betrieb signifikante Einsparungen erzielen, bevor größere Investitionen notwendig werden.
Der Wandel zeigt sich also vor allem darin, dass der Betrieb vom „Kostenfaktor“ zum zentralen Steuerungshebel für Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Werterhalt wird.
STRABAG PFS begleitet Immobilien über den gesamten Lebenszyklus hinweg – von der Analyse über die technische Optimierung bis zum laufenden Betrieb. Was braucht es aus Ihrer Sicht für nachhaltige und wirtschaftliche Gebäude?
Entscheidend ist ein integrierter Ansatz, der Strategie, Planung und Betrieb konsequent zusammenführt. Ein Zielbild oder eine ESG-Strategie alleine reduziert noch kein CO₂, erst die durchgängige Umsetzung im Betrieb schafft messbare Wirkung.
Aus unserer Sicht braucht es dafür drei Dinge: Transparenz, Integration und Umsetzungsstärke. Transparenz bedeutet, Gebäude und ihre technischen Anlagen über Daten, digitale Zwillinge und kontinuierliches Monitoring wirklich zu verstehen. Integration heißt, Silos aufzubrechen: Facility Management, technische Gebäudeausrüstung und Modernisierungsmaßnahmen müssen aus einer Hand gedacht und gesteuert werden.
Und schließlich geht es um Umsetzung: Maßnahmen müssen priorisiert, wirtschaftlich bewertet und im laufenden Betrieb realisiert werden ohne die Nutzung einzuschränken. Genau hier sehen wir unsere Rolle als „One-Stop-Shop“ und Dekarbonisierungs-GU: von der Analyse über die Maßnahmenplanung bis zur operativen Umsetzung und Optimierung.
Die Real Estate Arena bringt Projektentwickler, Bestandshalter, Betreiber und Investoren zusammen. Wie wichtig ist dieser frühzeitige Austausch mit Blick auf Betrieb, Instandhaltung und Dekarbonisierung für den Werterhalt von Immobilien?
Viele Weichen für die spätere Performance einer Immobilie werden sehr früh gestellt. Wenn Betreiberkompetenz und FM-Perspektive erst spät einbezogen werden, entstehen häufig ineffiziente Lösungen, die im Betrieb zu höheren Kosten oder eingeschränkter Performance führen. Umgekehrt sehen wir, dass Projekte deutlich erfolgreicher sind, wenn alle Beteiligten – Entwickler, Investoren, Betreiber und Nutzer – frühzeitig zusammenarbeiten.
Gerade im Kontext der Dekarbonisierung ist das zentral: Maßnahmen müssen nicht nur technisch funktionieren, sondern auch im Betrieb umsetzbar und wirtschaftlich sinnvoll sein. Der Dialog hilft, realistische Dekarbonisierungspfade zu entwickeln.
Wo sehen Sie aktuell die spannendsten Entwicklungen im Facility Management und in der technischen Gebäudeoptimierung?
Spannende Entwicklungen gibt es aktuell im Bereich KI-gestützte Analysen und Robotik. Zudem gewinnt das Thema Resilienz – insbesondere durch das KRITIS-Dachgesetz – stark an Bedeutung. Betriebssicherheit, Risikoanalysen und die Fähigkeit, Infrastrukturen auch im Krisenfall aufrechtzuerhalten, rücken immer stärker in den Fokus. Facility Management übernimmt hier eine zentrale Rolle, weil es Gebäude, technische Anlagen und Betriebsprozesse zusammenführt und Business Continuity im Alltag umsetzt.
Generell ist die stärkere Integration von Facility Management und technischer Gebäudeausrüstung ein wichtiger Trend. Gebäude werden immer komplexer, und ihre optimale Performance hängt davon ab, wie gut Technik, Betrieb und Instandhaltung zusammenspielen. Hier bewegen wir uns klar in Richtung ganzheitlicher, integrierter Services.
Mit Blick auf die Zukunft: Welche Impulse möchten Sie als Aussteller auf der Real Estate Arena setzen?
Unser Impuls ist praxisnah: mehr Fokus auf Daten, Transparenz und konkrete Maßnahmen statt auf abstrakte Zielbilder. Wir zeigen, wie sich mit einem strukturierten Vorgehen, digitalen Tools und integrierten Leistungen schnell messbare Effekte erzielen lassen.
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